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Persönlichkeiten

Die Geschichte der Hansestadt Wesel begann im September 1241 mit der Verleihung des Stadtrechts durch den Grafen von Kleve. Auch wenn die Wissenschaft lehrt, Person gegenüber gesellschaftsbezogenen Fragestellungen nicht überzubewerten, wurde und wird die Weseler Geschichte maßgeblich durch Persönlichkeiten geprägt. Diese sollen hier vorgestellt werden.

Dabei geht es neben den Verwaltungsspitzen (Bürgermeister und Stadtdirektoren) um herausragende historische Persönlichkeiten, die in Wesel geboren wurden oder hier gelebt und gearbeitet haben. Zu nennen sind der Humanist Konrad Heresbach (1496–1576), der Begründer der modernen Anatomie Andreas Vesalius (1514–1564), der Erfinder eines modernen Fernrohrs Hans Lipperhey (um 1570–1619) und auch die Chemikerin Ida Noddack-Tacke (1896–1978).

Die Stadt Wesel ist auf verschiedenen Wegen bemüht, besondere Verdienste zu würdigen. Dazu wird seit 1895 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Der erste Träger war der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898). Da das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod der Persönlichkeit endet, gibt es aktuell nur zwei Ehrenbürger der Hansestadt Wesel: der ehemalige Bürgermeister unserer Partnerstadt Kętrzyn Krzysztof Hećman sowie Ernest Kolman, der als in Wesel geborener Jude für seine Verdienste um die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit ausgezeichnet wurde.

Im August 1966 beschloss der Rat der Stadt Wesel, einen Ehrenring für Verdienste um das „Wohl und Ansehen“ der Stadt zu stiften. Erster Träger wurde am 1. Juli 1970 Stadtdirektor Karl-Heinz Reuber, der aufgrund seines Engagements für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt nach 1945 ausgezeichnet wurde. Bis heute wurde diese Auszeichnung 25 Mal vergeben, zuletzt im Jahr 2000 u.a. an die Gründerin des Katholischen Fürsorgevereins Hildegard Pröbsting (1919–2009).

Seit 1972 wird – angeregt durch den Carnevals-Ausschuss – von der Stadt mit einem Augenzwinkern der Eselorden verliehen. Geehrt werden so Persönlichkeiten, die den Namen der Stadt Wesel humoristisch in die Welt hinaustragen oder die durch eine nicht alltägliche Entscheidung – eine „Eselei“ – aufgefallen sind. Zu den Geehrten zählen die damalige Bundesministerin Rita Süßmuth (1987), der gebürtig aus Büderich stammende Nachrichtensprecher Jan Hofer (1996) oder der seine Heimatstadt „potthässlich“ findende Kabarettist Dieter Nuhr (2004).

All diese Persönlichkeiten stehen Pate für die einzigartige historische Entwicklung, die Weltoffenheit und Vielfalt, die historischen Zäsuren und auch den stetigen Willen und Mut zu Neuanfang, Wiederaufbau und Fortschritt in der Hansestadt Wesel.

 

(Stand: September 2020)