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Lehrforschungsprojekt "Smart City Wesel"

Smart City Kooperationspartner
Die Kooperationspartner*innen des Smart City Wesel Lehrforschungsprojekts (von links): Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Dr. Julia Schwanholz (NRW School of Governance), Dr. Ray Hebestreit (NRW School of Governance) und Dezernentin Annabelle Brandes

Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2021 hat der Rat der Stadt Wesel beschlossen, 25.000 Euro für ein Smart City Projekt zur Verfügung zu stellen. Dabei hat der Rat der Stadt Wesel eine Bedingung gestellt: Das Projekt soll in Kooperation mit einer Hochschule oder Universität durchgeführt werden.

Smart City Wesel

In Zusammenarbeit mit der Stadt Wesel erforschen Studierende der NRW School of Governance unter Anleitung von Dr. Julia Schwanholz und Dr. Ray Hebestreit empirisch, was Smart City für die Menschen in der Hansestadt Wesel künftig bedeuten kann. Leider gibt es bis heute in der Wissenschaft keine allgemeingültige Definition des Begriffs Smart City. Deshalb versuchen die Studierenden, sich dem Begriff datenbasiert – speziell für Wesel – zu nähern.

Das Projektvorhaben mit der NRW School of Governance wurde der Politik im Haupt- und Finanzausschuss am 15. Juni 2021vorgestellt.

Neben Credit-Points, die für das Absolvieren des Studiengangs elementar sind, sammeln die Studenten*innen wertvolle Praxiserfahrung. Bevor jedoch praktisch mit der Erhebungsphase (Phase 2: Empirie) begonnen wird, erhalten die Studierenden ein theoretisches Fundament. Dazu referieren aktuell Experten*innen, die auf dem Forschungsgebiet „Smart City“ tätig sind, im Rahmen des Studienseminars (Phase 1: Theorie). Die Studierenden erhalten dabei auch Eindrücke über Beispiele aus der Praxis.

Öffentlicher Info-Abend am 30. November im Bühnenhaus

Sobald die Studierenden theoretisch gerüstet sind, wird sich Swen Coralic Ende November mit den Studierenden über die Gegebenheiten in Wesel austauschen. Daran anknüpfend startet die Feldphase (Phase 2: Empirie) mit einem öffentlichen Multiplikatoren-Abend (am 30. November, 18.30 Uhr, Städtisches Bühnenhaus). In den darauffolgenden Wochen werden die Forschenden zu fünf Smart City-Themen Menschen in Wesel befragen/interviewen:

  1. Verwaltung
  2. IT / Kommunikationsstrukturen in Wesel
  3. Energie / Umwelt
  4. Mobilität
  5. Gesellschaft

Wichtig ist, dass neben Fachleuten aus diesen Bereichen vor allem die Bürger*innen ihre Anmerkungen und Ideen in den Prozess einbringen. Dazu wird es verschiedene Möglichkeiten geben, sein Anliegen vorzutragen.

Ergebnis

Nachdem die empirische Phase abgeschlossen ist, schreiben die Studierenden auf der Grundlage der Ergebnisse ein individuelles Konzept (Leitfaden Smart City Wesel), das auf die Bedürfnisse der Stadt Wesel abgestimmt ist. Darin enthalten sind konkrete Umsetzungsvorschläge für die Zukunft.

Die fertige Forschungsarbeit wird 2022 den politischen Gremien der Stadt Wesel und der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die Stadtverwaltung kann sich daraus ein Handlungsleitfaden für die nächsten Jahre ergeben.

Gute Erfahrungen mit Hochschul-Kooperationen

Entwürfe Corporate Design

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Wesel gute Erfahrungen mit unterschiedlichen Hochschulen gemacht. So gibt es seit Jahren einen engen Austausch und eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit der FOM in Wesel. Unter anderem referierte Professor Dr. Christian Rüttgers, Dozent der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, zum Thema „Neue flexible Arbeitswelt – Vorteile und Schattenseiten von mobilem Arbeiten“ 2019 beim Arbeitnehmer*innenempfang der Stadt Wesel. Durch die Expertise und der frühzeitigen Auseinandersetzung mit einem solchen Thema konnte die Stadtverwaltung nur ein Jahr später mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie auf die damit einhergehenden Beschränkungen (glücklicherweise) adäquat reagieren.

Darüber hinaus prägen bis heute Kooperationsprojekte mit Bildungseinrichtungen „maßgebend“ (im wahrsten Sinne) die Arbeit der Stadtverwaltung. Der Corporate Design-Prozess aus dem Jahr 2017 bestimmt heute und voraussichtlich noch einige Jahre das Erscheinungsbild der Stadt Wesel. Die Entscheidung über die Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal fiel damals ganz bewusst: Durch die Zusammenarbeit haben Studenten*innen wichtiges Praxiswissen und Erfahrung sammeln können. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Stadt Wesel verfügt über ein einheitliches Corporate Design, das eine Wort- und Bildmarke aus einem Guss geschaffen hat. Unter anderem sind städtische Publikationen leichter als Werke der Gesamtmarke „Stadt Wesel“ erkennbar. Sämtliche Kommunikationsformen (zum Beispiel Internetseite, Briefköpfe und Broschüren) sind optisch aufeinander abgestimmt. Auch das Ziel, exakte Maßgaben mit einem vordefinierten Gestaltungsspielraum (zum Beispiel für Sonderpublikationen) zu etablieren, ist gelungen. Dadurch werden Prozesse innerhalb der Verwaltung beschleunigt.

2019 wurde das Corporate Design der Stadt Wesel mit einem der renommiertesten Design-Preise Deutschlands ausgezeichnet. Beim Art Directors Clubs (ADC) Festival 2019 in Hamburg zeichnete eine Jury aus Werbefachleuten das Corporate Design der Stadt Wesel mit dem „Bronze Nagel“ des ADC Junior Wettbewerbs aus.

Neben diesen beiden Beispielen gibt es auch eine langjährige Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen. Bereits im Jahr 2000 unterzeichneten der damalige Bürgermeister Jörn Schroh und der damalige Rektor der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Prof. Dr. Ingo Wolff, einen Partnerschaftsvertrag. Diese Beziehung wurde auch nach der Fusion zwischen der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen im Jahr 2003 zur Universität Duisburg-Essen fortgeführt. Unter anderem verpflichten sich beide Institutionen (Stadt und Uni), Arbeiten von Studierenden (zum Beispiel Seminar- oder Doktorarbeiten) in einem Forschungsprojekt „nach Kräften“ zu unterstützen. Erst vor wenigen Wochen arbeitete die Masterstudentin der NRW School of Governance (Professional School am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg Essen), Marie Reintjes, im Auftrag der Stadt Wesel (im Rahmen eines Pflichtpraktikums) wissenschaftlich an einem Social Media Konzept für die Stadtverwaltung. Das Ergebnis kann der Stadtverwaltung als Grundlage für die zukünftige Arbeit im öffentlichen digitalen Raum helfen, insbesondere auf den sozialen Plattformen.

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